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Bushido
Biografie


„Eine verschworene Gemeinschaft ist Aggro jedoch nie gewesen. Eher ein geschäftliches Zweckbündnis“, erklärt Bushido, den die ersten Verkaufserfolge seiner Tape-Auflagen zum verschärften Weitermachen anspornten. Das zeitweise ausverkaufte „King-of-Kingz“-Tape (mit vier neuen Remixen nun wieder auf CD erhältlich!) gab dabei die Richtung vor: „Da wo ich lebe tragen die Rapper Silberketten; stecken Hosen in die Socken ziehen Messer um zu batteln; Denken mit Händen und halten Pitbulls ohne Leine; meine Reime sind Eisenstangen und brechen dir die Beine“.

Plötzlich meldete sich das andere (West-)Berlin zu Wort, das bis dahin vom Popkulturbetrieb eher ausgrenzt wurde. Die „Kanacken“ schlugen zurück. In einer Sprache, die hart, fordernd und verletzend war. Eine Subkultur der Bezirke, in der sich über die Jahre ein eigener Kleidungsstil und eine eigene Auffassung von Ehre und Moral entwickelt hatte. Ein überaus berlinerische Angelegenheit irgendwo zwischen Überlebenskampf, Halbwelt und großer Schnauze. Gemeinsam mit seinem damaligen Kumpel Fler entstanden die Rap-Charaktäre Sonny Black und Frank White, die sich 2002 für das stilprägende Album „Carlo, Cokxx, Nutten“ zum Gangsterteam zusammen finden. Ein raues Sittengemälde, in dem nicht nur der Kultstaus der italienischen
fake-Modemarke Carlo Colucci verewigt wurde.

„Schon damals gab es immer wieder Streitereien mit Aggro. Speziell mit Downstairs-Halil“, so Bushido. „Es ging um gebrochene Versprechen und finanzielle Geschichten. Der übliche Scheiß halt, wenn ein chaotisches Kleinlabel auf einmal Geld verdient und kein wirkliches Vertrauen herrscht. Irgendwie passte ich nicht in deren verkiffte Welt.“ Bereits das im Juni 2003 erschienene Soloalbum „Vom Bordstein zur Skyline“ mit seinen düsteren Beats wollte Bushido nicht mehr bei Aggro veröffentlichen. Doch sein Produktionspartner Ilan überredete ihn zu pragmatischen Schritten. Die 19 „Bordstein“-Tracks wurden fertig gestellt. Das Album stieg in die unteren Ränge der offiziellen Albumcharts und verkaufte ohne Promo, Tour, Marketingkampagne oder Videorotation bis heute 35.000 Exemplare. Aggroberlin war endgültig zur Erfolgsadresse geworden. Trotzdem ließ sich das Zerwürfnis mit Bushido nicht mehr kitten. Er wollte einfach nur weg! „Niemand hat mich an einer Ecke aufgegabelt und mir einen Teller Linsensuppe gegeben. Ich war schon immer ein selbständiger Künstler, ich habe mein erstes Tape ganz alleine gemacht und werde auch das nächste alleine machen. Alle können mir helfen, aber niemand sollte behaupten er hätte mich entdeckt“, kommentierte er im Online-Dienst mzee.com die monatelangen juristischen Auseinandersetzungen mit seinem Ex-Label.

Zurück zur Musik, zurück zum Rap. Nachdem Bushido einen Remix für die Rammstein-Single „America“ ins übervolle Studioprogramm gequetscht hat („so eine Anfrage lässt man sich nicht entgehen“), geht die Albumproduktion in die Schlussphase. „Electro Ghetto“ (mit einem kleinen Titelverweis auf das Intro vom „Carlo“-Album)heißt der Titel von Bushidos stilistischer Weiterentwicklung. Die nächste Attacke, für die er sich wiederum mit seinem Produktionspartner Ilan zusammen gefunden hat. Weitere Produzenten sind DJ Desue, D-BO, Rasputin und die Beathoavenz. „Ich bin der Rapper, der euch zeigt, was eure Jugend macht“ skandiert Bushido und legt zwei Tracks „aus Feuer“ mit dem Frankfurter Rapper Azad nach. Auch Saad, Sentence, Flipstar (Creutzfeld & Jakob), so wie King Ali haben einige Strophen übernommen. Cassandra Steen ( Glashaus ) berührt auf „Hoffnung stirbt zuletzt“ mit ihrer göttlichen Stimme.

„Ich bin und bleibe Aggro. Meine Einstellung hat sich nicht geändert, nur eben zu meinen eigenen Bedingungen. Meine Erfahrungen kann mir niemand nehmen.“

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