Nicole Scherzinger
Die Exotin Scherzinger wurde in Honolulu geboren; sie war das Kind hawaiianisch-russisch-philippinischer Eltern. Ihre große Familie auf Hawaii bestand hauptsächlich aus Entertainern, so war ihre Mutter zum Beispiel die „Lead-Hula-Tänzerin“ in einer polynesischen Show. Als Scherzinger dann allerdings in die Schule kam, zog ihre Familie nach Louisville/Kentucky, da ihr Vater Soldat war und dahin versetzt wurde. „Das war zunächst ganz schön schwierig, weil ich einfach ganz anders aussah“, gibt sie heute zu. „Ich war das hässliche Entlein“.
Doch Scherzinger war sich schon immer sicher, dass sie zur Sängerin geboren war. Während ihrer Schulzeit nahm sie nebenher Schauspielunterricht. Für ihr erstes professionelles Stück stand sie im bekannten Louisville Actors Theater auf der Bühne. Während ihres Studiums an der Wright State Uni in Dayton/Ohio – sie machte ihren Abschluss in Schauspiel, studierte nebenher noch Tanz – spielte sie jede Hauptrolle in dort veranstalteten Musicals: Sie war Thelma Kelly in „Chicago“ oder Julie LaVerne in „Show Boat“. Während dieser drei Jahre verdiente sie ihr Geld mit kleineren Jobs als Model. Bis sie herausfand, dass Travis Meeks (von der Rockband Days Of The New) nach einer weiblichen Sängerin suchte. Sie nahm mit ihm ein paar Demo-Tracks auf, ging dann vorerst wieder zur Uni zurück. Als schließlich der Produzent Scott Litt ihre Demos hörte, wurde sie sofort nach Los Angeles bestellt und nahm mit der Band deren zweites Album auf. Als sie dann gefragt wurde, ob sie denn eine Uni-Pause einlegen würde, um mit der Band auf Tour zu gehen, war die Antwort ein klares Ja!
Nach der Tour kehrte sie nach Hause zurück und begann an ihrer eigenen Musik zu arbeiten. Es war eine kleine Notiz über ein Casting für „Popstars“ von WB Networks, das sie eines Nachts nach Chicago fahren ließ, um sich schon um fünf Uhr morgens in die Schlange einzureihen. Eden’s Crush, die Girl-Group, die aus „Popstars“ hervorging, schlugen ein wie eine Bombe. Ihr gleichnamiges Album aus dem Jahr 2001 landete in den Top-10, wie auch die Single „Get Over Yourself“. In den gut 12 Monaten, die es die Truppe gab, tourten sie mit N*Sync und Jessica Simpson. Dennoch räumt Scherzinger ein, dass „es hart war in einer Gruppe, die irgendwie zusammengestellt wurde und nicht füreinander bestimmt war“.
Nach der baldigen Auflösung der Girl-Gruppe und ihrem Umzug nach Los Angeles konzentrierte sie sich wieder auf ihre Solo-Arbeiten und machte sich auf die Suche nach einem Plattenvertrag. Nebenher spielte sie noch ein paar Rollen, unter anderem in „Chasing Papi“ als Miss Puerto Rico und in „My Wife and Kids“ als Supermodel. Im Jahr 2003 erzählte ihr dann ihre Mitbewohnerin, dass sie bei den Pussycat Dolls vorsingen wolle. Nicole wusste zunächst überhaupt nicht, worum es dabei ging – als sie dann aber erfuhr, dass Iovine und Fair involviert waren, wollte sie sich diese Chance auch nicht entgehen lassen. Als sie bei dem Vorsingen ankam, war es allerdings schon zu spät, so wurde abgemacht, dass sie nachts einmal vorbeischaut. Die a cappella Nummer, die sie schließlich vor Iovine und Fair performte, führte schließlich dazu, dass die Diskussion um die Front-Frau von neuem entfacht wurde.
„The Pussycat Dolls haben keine Grenzen; wir sind keine Gruppe, bei der jeder sein eigenes Süppchen kocht“, erzählt Scherzinger, die als einziges Mitglied der Band auch an Songs mitschreibt. „Wir haben die Möglichkeit, uns in unserer Performance immer neu zu erfinden, wir können das machen, was wirklich in uns steckt. Mir gehört jede Bewegung, die ich mache.“
Carmit Bachar
Die rothaarige Energiebombe Carmit Bachar (sprich: Kar-MIIHT Ba-HAR) fing schon vor rund zehn Jahren bei den Pussycat Dolls an, als sie eine besondere Nummer präsentierte: einen Schlangenmenschen-Auftritt. Keine große Anstrengung für sie, da Carmit mit Rhythmischer Gymnastik aufgewachsen ist. Sie hatte schon als Kleinkind Gymnastik gemacht, war schließlich mit 10 zur rhythmusbetonteren Variante übergegangen, bis sie 19 war. Im Jahr 1992 wurde sie Fünfte bei den amerikanischen Olympia-Ausscheidungen und war sogar bei den Weltmeisterschaften vertreten.
Ihre Eltern waren ebenfalls Tänzer – ihr Vater machte Pantomime mit Marcel Marceau und tanzte für Elvis Presley und am Broadway; ihre Mutter arbeitet auch heute noch als Tanzlehrerin. Die in Los Angeles Geborene begleitete ihre Eltern bei all diesen Tanz-Erlebnissen; wenn sie dann zu Hause war, ging sie zur „Academy of Performing Arts“, studierte dazu Klavier, Geige, Schauspiel und Gesang.
Schon bald wurde Bachar eine der gefragtesten Tänzerinnen – sowohl live als auch in Musik-Videos. Sie hat so gut wie niemanden ausgelassen: Ob Beyoncé, Janet Jackson, Justin Timberlake, Michael Jackson oder Ricky Martin (dessen „La Vida Loca“-Mädchen sie war, für seine Tour) – sie war überall dabei. „Bei Ricky war ich diejenige, die aus dem Kofferraum des Mustang springt und dann loslegt“, erzählt sie heute lachend.
Da ihre Karriere als Tänzerin so früh losging, hatte ihre zweite Leidenschaft, das Singen, oft das Nachsehen. Doch inzwischen hatte sie genügend Zeit, sich auch darauf zu konzentrieren, so dass sie inzwischen in beiden Bereichen unschlagbar ist – was besonders beeindruckend wird, wenn man bedenkt, dass sie mit einer Gaumenspalte geboren wurde. „Viele Agenten haben mir früher immer gesagt, dass ich mir daher eh nicht sonderlich viel erhoffen solle. Doch – wie man sieht – hier bin ich, und ich bin froh darüber! Ich habe es gelernt, mich so zu lieben wie ich bin, auch wenn ich ein bisschen anders bin.“ Bachar ist gerade dabei, eine Non-Profit-Organisation zu gründen, die Kindern hilft, die mit dem selben Problem kämpfen. Ihr erster Event hieß „Smile With Me“: „Jetzt, wo ich mehr und mehr im Rampenlicht stehe, habe ich das Gefühl, dass auch meine Verantwortung wächst. Ich muss mich zeigen, etwas in Bewegung setzen.“
Genauso denkt sie über The Pussycat Dolls: „Man muss sich in seiner Haut wohlfühlen, stark und ausgeglichen sein. Man muss sich mit seiner Sexualität identifizieren, Selbstvertrauen ausstrahlen.“
Bachar gibt zu, dass sie einst blond war, vor acht Jahren aber zur Rothaarigen wurde. „Schließlich war ich in meinem Kern schon immer eine Rothaarige“, erzählt die von ihren Freunden Foxy Genannte.