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Ludacris
Biografie

Am 29. September veröffentlichte Ludacris sein fünftes Album „Release Therapy“. Wie jeder Rapper seines Ranges hat er dort viele Freunde um sich geschart. Es sind natürlich nur die Besten. Am Mischpult: The Neptunes, Der & Vidal, Polow Da Don, The Runners und Kenjo. Am Mikrophon sind neben Diva Mary J. Blige, Pharrell Williams, Young Jeezy und R. Kelly die aufstrebenden Newcomer von seinem Disturbing Tha Peace-Label zu hören: Bobby Valentino, Shawnna, Shareefa & Field Mob. Auf der Vorabsingle „Money Maker“ wurde schon mal Kollege Pharrell aktiv: Er legte einen echten Neptunes-Beat unter das immer wieder schön-gerappte Thema von Frauen und Geld. Lange hatten die Fans auf das Wiedersehen gewartet. Die Neptunes produzierten bereits einen der ersten Ludacris-Hits: „Southern Hospitality“ vom regulären Debütalbum „Back For The First Time“ (2000). „Endlich konnten wir wieder Auge in Auge zusammenarbeiten. Mir reichte es langsam, die Beats von Pharrell immer nur per E-Mail zu bekommen“, pries Ludacris dem MTV-Reporter Shaheem Reid die Kollaboration.

Viel Feind, viel Ehr

Nun zu den Feinden. Jeder MC, der was auf sich hält, hat sie zuhauf und teilt in ihre Richtung aus. Aber Ludacris ist auf seinem neuen Album zu sehr Gentleman, um öffentlich schmutzige Wäsche zu waschen. Über die namenlosen Opfer seines Zorns wird selbstverständlich in amerikanischen Barbershops und in den täglichen Hip Hop-Radioshows spekuliert: Sind es immer noch die Manager von Pepsi-Cola, die Luda aus dem Vertrag schmissen, weil sie plötzlich merkten, dass er irgendwie doch nicht so jugendfreie Geschichten erzählte? Sind es die Kino-Kostverächter, die seinen Grammy-gekrönten Film „Crash“ nicht mochten. Oprah Winfrey, die 2006 den Schauspieler Ludacris („Crash“, „2 Fast 2 Furiuos“, „Hustle & Flow“) in ihre Show einlud, und dann live dem (immerhin mehrfach Grammy-dekorierten) Rapper Ludacris kräftig den Kopf wusch? Oder gar die nassforschen Jung-MCs Young Jeezy und T.I. aus Atlanta, mit denen Ludacris auf dem Track „War With God“ abrechnet? Hierzu erklärte Luda aber schon mal, dass er dort nicht sie „disst“, sondern sich selbst. Der Mann ist fähig zur Selbstkritik.

Luda blickt in die Zukunft

Ludacris hat sich für dieses Album sogar einen neuen Haarschnitt gegönnt. Die Markenzeichen-Zöpfe, die so genannten Cornrows sind einem Oberkurzhaarschnitt namens Fade gewichen. Sein neues Album wird der Zeit voraus sein, erklärt der 28jährige. „Ich könnte es auch 2010 veröffentlichen, es wäre genau am Puls der Zeit“, offenbart sein gesundes Selbstbewusstsein.

Dreidimensionale Geschichten

„Ich habe das Album mit „Release Therapy“ betitelt, weil ich weiß, was normale Leute alles in ihrem Alltagsleben durchmachen müssen. Mit meinem Album sollen sie das mal loslassen können. Es soll sie in ihrem Alltag ein bisschen therapieren. Musik ist Therapie.“
„Ich werde jetzt hier nicht lügen, ich habe genug Fehler gemacht“ schildert er weiter. „Ich kenne den Erfolg aber ich kenne auch Kummer und gegen-den-Strom-schwimmen. Die Balance zwischen diesen beiden Polen ist die Basis meiner neuen Platte. Zuerst dachte ich daran, ein Doppelalbum zu machen {á la Outkasts „Speakerboxxx/The Love Below}. Aber am Ende ist es echter, diese Dualität auf einer einzigen CD zu vereinen.“
Die Fans mögen nicht erschrecken. Natürlich bringt Ludacris´ Humor auch Leichtigkeit auf die Disc. „Ich zeige mich als die komplexe Person, die ich bin“, kommentiert er, „und das ist eine Balance zwischen vielen Dingen. Andere Rapper sind da zu eindimensional. Ich arbeite ständig daran, immer dreidimensionalere Geschichten zu erzählen und ich hoffe, das kommt auf dem neuen Album durch.“ Etwa auf dem Knasttrack „Do Your Time“, den er mit Bennie Segal, C-Murda and Pimp-C schrieb. Oder dem Heavy Metal-beeinflussten „Slap“, auf dem die Reime wie Faustschläge gegen Mauern knallen.

Frauenversteher und Schlafzimmergangster

Vor allem aber auf „Runaway Love“ featuring Mary J. Blige, einem Remake von Tupacs „Brenda´s Got A Baby“, einem Song über ein junges Mädchen, das von seinem betrunkenen Stiefvater verprügelt wird. „Gerade viele junge Frauen möchten heutzutage einfach nur noch wegrennen.“, erklärt Ludacris, „Sie sind gestresst, entweder innerlich oder weil sie zuviel Druck von Freunden, Familie oder vom Job bekommen. Beim Zuhören sollen sie einfach mal einen Moment aus diesem Alltag flüchten können.“ „Ich dachte viel an meine eigene Tochter, als ich „Runaway Love“ geschrieben habe“, erinnert er sich. „Eine Tochter zu haben, hat mich regelrecht dazu gezwungen, meinen Horizont zu erweitern und, gerade was Frauen betrifft, ein besserer Zuhörer zu werden. Auch wenn ich alles andere als perfekt bin, kann ich versuchen, der perfekte Vater zu sein.“ Den perfekten „Schlafzimmergangster“ gibt Luda dafür auf bereits oben erwähntem „Money Maker“. Und mit R. Kelly im Schlepptau lässt er auf „Woozy“ das Kind im Manne heraus.

Dirrty Young Man

Christopher Brian Bridges, der sich seinen Künstlernamen in Anspielung an das englische Adjektiv „ludicrous“ (Deutsch: lustig, lächerlich) zulegte, ist ein Selfmademan im Rapgame. Gemeinsam mit Outkast und Goodie Mob gehört er (nach den Geto Boys und Scarface) zur zweiten Generation der Dirrty South Bewegung. Mit der Single „What´s Your Fantasy“ (ein explizites Duett über sexuelle Fantasien) hob er 2000 die Hip Hop-Spielart aus dem US-amerikanischen Süden aufs nächste Level. Zahlreiche Imitatoren übertrieben seinen Stil, kamen aber nie an ihn heran.

Das befreiende fünfte Album

Im schnelllebigen Rapgame, in dem die meisten Künstler nicht über zwei Alben hinaus kommen, freut sich Ludacris, es schon auf fünf gebracht zu haben. Bis heute haben sich seine bisherigen vier Alben über zehn Millionen Mal verkauft. An der Seite von Usher und Ciara dominierte er mit „Yeah“ und „Oh“ die Billboard-Singlecharts.
„Mit jedem Album werde ich aussagekräftiger, sicherer, persönlicher“, erzählt der Mann, der immer noch alle in Grund und Boden „flowt“. „Und ich traue mir zu, immer mehr über genau das zu rappen, was mir wichtig ist. Manche wird erstaunen, was ich auf dem neuen Album sage. Ich lasse los, ich lasse es raus. Es ist nicht gut, die Dinge in sich aufzustauen.“ Ludacris unterschrieb vor sechs Jahren einen Plattenvertrag bei Def Jam über fünf Alben, den er jetzt erfüllt hat. Er hat mal damit geprahlt, dass ohne ihn das Label wohl pleite machen würde. „Ob ich weitermache, kann ich von jetzt ab selbst entscheiden“, kommentiert er abschließend.

  
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 R&B & Soul
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Kommentare
oO
erst im september? und wie kommt es dass ich das album schon habe??? ^^
27-06-2007, 10:34 | NeMeSiZTa


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